
Wie bereits erwähnt steht in dieser Spielzeit u.a. Frankreich im Zentrum der Arbeit am Bremer Theater. In der letzten Woche gab es nun Yasmina Rezas Komödie “Der Gott des Gemetzels”.
In diesem Stück treffen sich zwei gutsituierte, bürgerliche Ehepaare, um über den Streit ihrer beiden Kinder zu diskutieren. Die beiden 11-jährigen Jungen hatten sich auf dem Schulhof geprügelt, wobei der eine dem anderen mit einem Stock zwei Schneidezähne ausgeschlagen hatte. Die Eltern der beiden Jungen wollen nun bei Kaffee und Kuchen das weitere Vorgehen besprechen.
Was für zivilisierte Eltern eigentlich eine Routineangelegenheit sein sollte, wird bei Reza zur Katastrophe. Alle vier Elternteile verlieren ihre bürgerliche Fassade. Menschliche Abgründe tun sich auf. Der Kaffeeklatsch endet im Fiasko.
Wie bereits in ihren Werken “Kunst” und “Drei Mal Leben” zeichnet Reza auch im “Gott des Gemetzels” ein äußerst kritisches Bild der zeitgenössischen bürgerlichen Gesellschaft.
Die Bremer Inszenierung durch Werner Schneyder im Goethetheater Bremen kommt traditionell und bürgerlich daher. Es gibt zur Abwechslung mal wieder ein ausgefeiltes Bühnenbild (ein schönes, bürgerliches Wohnzimmer), der Vorhang kommt zum Einsatz und man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit vor Brecht, in der man noch mit der “vierten Wand” inszenierte. Kurz hier wird der Bürger im bürgerlichen Ambiende demontiert.
Insgesamt also eine gelungene Inszenierung, ein heiterer Abend.

















