Dass die Franzosen ihre Sprache lieben, haben die meisten bestimmt schon einmal im Frankreich-Urlaub erfahren. Der stolze Franzose reagiert häufig nur auf Zurufe in seiner Muttersprache, obwohl auch in französischen Schulen Englisch unterrichtet wird.
Diese Eigenart spiegelt sich auch in der Gesetzeslage wieder. 1994 trat das Gesetz „Loi relative à l’emploi de la langue française” in Kraft, was zur Folge hat, dass der Franzose seine Sprache nicht nur liebt sondern auch beschützt. Während sich in Deutschland zahlreiche Anglizismen, wie „Computer“ und „CD-Player“, ihren Weg in die deutsche Sprache gebahnt haben, gibt es in Frankreich eine Behörde, die französische Wörter für die neusten Innovationen festlegt. Die Franzosen arbeiten also an ihrem ordinateur und hören über den lecteur de CD ihre Lieblingsmusik.
Das Gesetz zieht sich durch den französischen Alltag wie der bekannte rote Faden durch ein gutes Argument. Sogar Werbeslogans müssen, im Fall des Gebrauchs einer fremden Sprache, eine französische Übersetzung mitliefern. Auch französische Unterhaltungsmusikprogramme, wie ein ganz normaler Radiosender, sind seit 2000 gesetzlich verpflichtet mindestens 40% französischsprachige Musik zu spielen. Die britische Band Placebo hat sich bereits der Herausforderung gestellt: Die Single „Protect Me from What I Want“ kam in Frankreich als „Protège-Moi“ auf den Markt und stieß vor bis in die Top 20.
Zyniker haben dem ehemaligen Kulturminister und Initiator des Gesetzes, Jacques Toubon, übrings den Spitznamen “Jack Allgood” verpasst. “Allgood” entspricht der englischen Übersetzung des Familiennamens Toubon…
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Loi_Toubon




