Im Mittelmeer liegen zwei große Inseln, die beide nur 12 km voneinander entfernt sind, aber dennoch ganz verschiedene Kulturen beherbergen. Zum Einen liegt dort Sardinien, die Sommerinsel der Italiener. Und zum Anderen befindet sich hier nördlich der Straße von Bonifacio die Geburtsinsel von Napoleon Bonaparte: Korsika. Auf diesem kleinen Fleckchen Erde findet jeder Individualtourist etwas nach seinem Urlaubsgeschmack.
Im Kontrast zu den meisten anderen bekannten Mittelmeerinseln hat es Korsika geschafft sich weitestgehend vom Massentourismus fern zu halten. Man findet nur sehr wenige große Hotelkomplexe oder überdimensionale Ferienanlagen, die große Teile der natürlichen Umgebung beeinträchtigen könnten. Den Korsen war es jeher wichtig die eigene Kultur zu bewahren und sich der westlichen Kultur nicht zu sehr hinzugeben. Nicht umsonst versuchen sie schon seit langem die Unabhängigkeit von Frankreich zu erlangen.
Die viertgrößte Mittelmeerinsel mit seinen knapp 300.000 Einwohnern hat für jeden Urlauber etwas zu bieten. Für Badebegeisterte und Sonnenanbeter gibt es entlang der Ostküste kleinere und größere Sandstrände, die zum Verweilen einladen. Und das korsische Mittelmeerklima mit seinen bis zu 30°C in den Sommermonaten bietet hierfür die idealen Voraussetzungen. Immerhin hat Korsika sogar mehr Sonnenscheinstunden als das französische Festland!
Aber auch Sport- und Unternehmungslustigen Urlaubern bietet Korsika eine breite Vielfalt an Möglichkeiten. Auf der insgesamt 183 km langen Insel vom Cap Corse im Norden bis zum Capo Pertusato im Süden erstreckt sich das korsische Hochgebirge mit insgesamt 50 zweitausender Bergen. Der höchste Berg Monte Cinto mit seinen 2,706 Metern ragt gerade mal 24 km von der Westküste entfernt in den Himmel. Im Winter bieten im Hochgebirge 6 Skigebiete genügend Fläche um sich mit Ski oder Snowboard im Mittelmeer auszutoben.
Durch das Gebirge führt auch einer der schwierigsten Wanderwege von Frankreich, der 170 km lange GR20. Erfahrene Wanderer und Bergsteiger können die gesamte Strecke zwischen den Orten Calenzana und Conca quer über das korsische Hochgebirge in ca. 15 Tagen schaffen.
Aber auch mit dem Fahrrad oder Auto lässt sich Korsika wunderbar erkunden. Für eine Ein- oder Zweitagestour bietet sich hier ganz besonders das Cap Corse im Norden an. Dabei sollte man die Halbinsel allerdings nach Möglichkeit gegen den Uhrzeigersinn von Bastia nach St. Florent erkunden, um auf der Meer zugewandten Seite fahren zu können und die spektakulären Aussichten in die Tiefen mit den besten Lichtverhältnissen genießen und fotografieren zu können. Weitere umwerfende Szenerien lassen sich in dem seit 1983 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannten Golf von Porto finden. Aber natürlich auch in der Südspitze der Insel befindet sich ein weiteres Highlight: die Stadt Bonifacio. Die Altstadt des Namensgebers der Meerenge zwischen Korsika und Sardinien befindet sich auf einem 60 – 80 Meter hohen Kalkplateau, welches teilweise sogar vom Meer unterspült wird. Von hier fahren in der Hochsaison die Fähren nach Sardinien im Stundentakt, sodass nicht nur Bonifacio während der Fahrt vom Meer aus bewundert werden, sondern auch der Norden Sardiniens erkundet werden kann.
Und am Abend lässt sich dann einer der korsischen Weine zusammen mit am Tage frisch gefangen Fisch ganz besonders gut genießen, während die Sonne im Westen im Mittelmeer versinkt. Was auch immer gesucht und gewünscht wird, auf Korsika lässt sich das allermeiste ganz individuell erleben.
Bildnachweis: Wikipedia Commons - Bonifacio / Calanques de Piana / Bastia
















