Der Kinogeheimtipp diesen Winter ist ein Exportprodukt aus Frankreich. „Ziemlich Beste Freunde“ begeistert mit Witz und Herz zunehmend auch das deutsche Publikum. Schon jetzt ist der Film der zweiterfolgreichste der französischen Filmgeschichte. Wenn eine Freundschaft einen solchen Rummel verdient hat, dann die von Philippe und Driss, denn von den beiden können wohl alle noch etwas lernen.

Die Komödie von Olivier Nakache und Éric Toledano basiert auf einer wahren Geschichte und spiegelt die soziale Realität der französischen Hauptstadt Paris wider. Der wohlhabende Querschnittsgelähmte Philippe ist auf der Suche nach einem neuen Pfleger und wird fündig: Driss, aus einem armen Pariser Vorort, will eigentlich nur die Bewerbungsbestätigung für das Arbeitsamt abholen, wird aber von Philippe eingestellt und stellt sich der neuen Herausforderung. Zwei Welten treffen aufeinander. Philippe ist vermögend, interessiert sich für Kunst und Literatur und liebt klassische Musik. Driss kommt aus dem Ghetto, hat eine steile Kriminalkarriere hinter sich und damit eigentlich wenig Perspektive. Trotz der Unterschiede, scheinen sich beide auf wunderbare Weise zu ergänzen und eine innige Freundschaft entsteht. Mitleid und Überheblichkeit sind den Protagonisten genauso fremd wie Langeweile und Rücksichtslosigkeit.
Dass Paris zwei Gesichter hat, ist spätestens seit den Unruhen 2005 bekannt. Der Film spielt mit den Klischees der beiden Welten und macht auf das Problem der sozialen Ungleichheit aufmerksam – jedoch ohne Anklage oder brennende Autos, dafür mit einer guten Portion Humor. Die Protagonisten lernen sowohl die Sonnenseiten der fremden sozialen Sphähre, als auch die Probleme des anderen kennen. So nähert sich Driss der Kunstszene an und lockert mit seiner unverfälschten Art den edlen Pariser Salon auf. Philippe legt sich einen Brilli fürs Ohr, das Lieblingsaccessoire jeglicher Gangster, zu und gibt Driss Ratschläge für den Umgang mit den kleinen kriminellen Bruder.
Wer herzlich Lachen und gleichzeitig Weinen möchte, der sollte Ziemlich Beste Freunde auf keinen Fall verpassen. Diese Geschichte geht ins Herz und in die Bauchmuskeln.




