Wenn wir im Deutschen über Dinge sprechen, die in der Vergangenheit passiert sind, nutzen wir drei Zeiten:
Zum Einen das Perfekt (Ich bin zur Schule gegangen) und das Imperfekt, das auch Präteritum genannt wird (Ich ging zur Schule), zum Anderen das Plusquamperfekt (Ich war zur Schule gegangen).
Das Perfekt und das Präteritum nutzt man, wenn man im Präsens erzählt und über Dinge berichtet, die in der Vergangenheit geschehen sind. Beide Zeiten werden dabei ähnlich verwendet: das Perfekt wird vorwiegend in der gesprochenen, das Imperfekt in der geschriebenen Sprache genutzt. Mit der Verwendung des Imperfekts in der geschriebenen Sprache wird die Wiederholung der Hilfsverben haben und sein vermieden, die zur Bildung des Perfekts genutzt werden.
Das Plusquamperfekt nutze ich, wenn ich von Ereignissen berichte, die in der Vergangenheit passiert sind und über weitere Dinge erzählen möchte, die vor den in der Vergangenheit beschrieben passiert sind: Eine alte Dame rutschte gestern Nachmittag auf der Bananenschale aus, die ein Unbekannter gestern Vormittag verloren hatte.
Aus diesem Grund wird das Plusquamperfekt auch Vorvergangenheit genannt.
Das Französische unterscheidet nun vier unterschiedliche Vergangenheitsformen: imparfait (il était une fois), passé composé (je suis allé …), passé simple ( il parla beaucoup) und plus-que-parfait (il avait commencé Ã faire qc), , da es bei Erzählungen in der Vergangenheit einen weiteren Aspekt kennt, den wir im Deutschen nicht haben: Es wird unterschieden zwischen Zustandsbeschreibungen und neu eintredenden Handlungen.
Dabei beschreibt das imparfait Zustände und nicht abgeschlossene oder gleichzeitig verlaufende, andauernde oder wiederkehrende Vorgänge in der Vergangenheit.
Das passe composé und passé simple hingegen werden für abgeschlossene, aufeinander folgende und neu eintredende Vorgänge in der Vergangenheit genutzt.
Das imparfait beschreibt demnach, was in der Vergangenheit war und bestand, das passé composé und passé simple was in der Vergangeneheit geschah und eintrat.
Man kann sich das wie eine Bühne vorstellen: Beschreibt man, was man auf der Bühne als Dekoration sieht, nutzt man das imparfait, beschreibt man die Handlung, nutzt man das passé composé bzw. das passé simple.
Die Unterscheidung zwischen passé composé und passé simple ist hingegen recht einfach: sie hängt vom Sprachgebrauch ab. Das passé composé wird in erster Linie in der gesprochenen, das passé simple in der geschriebenen Sprache genutzt.
Um die Vorvergangenheit auszudrücken, nutzt man im Französischen genauso wie im Deutschen das plus-que-parfait.

















