Wie selbstverständlich gehört die Krawatte heute in die Modewelt. Wenn man jedoch darüber nachdenkt ist es schon seltsam, dass Männer und manchmal auch Frauen sich ein Stück Stoff um den Hals binden,
um seriös oder chic auszusehen.
Schuld an diesem modischen Phänomen hat Louis XIV - das Fashion Victim des 17. Jahrhunderts.
Europa litt unter dem 30jährigen Krieg und der französische Monarch erbat sich Hilfe aus Kroatien. Als die 6000 Soldaten in Versaille ankamen stach Louis XIV das Halstuch ins Auge, dass zur Uniform der Kroaten gehörte. Modebewusst, wie Louis XIV nun einmal war, nahm er die Idee auf und verbreitete la cravate innerhalb des Adels. Damit wäre auch der Namensursprung geklärt: Aus „à la Croate“ wurde „Cravate“, im deutschen dann „Krawatte“.
Er wäre nicht der Sonnenkönig gewesen, wenn er nicht auch in dieser Angelegenheit der absolute Übertreiber gewesen wäre. So war Louis der XIV von seiner Entdeckung so begeistert, dass er an seinem Hof der Krawatte wegen zahlreiche neue Arbeitsplätze schuf. Eine Gruppe von Höflingen war dafür verantwortlich dem König jeden Tag eine Auswahl von Krawatten herauszusuchen und zu präsentieren. Der Monarch suchte sich eine aus und band sie sich selbst um. Signor di Miramond, der Cravatier seiner Majestät, war ihm anschließend behilflich die Krawatte auszurichten und zu stilisieren.
Der Aufwand um dieses einfache Modeaccessoire hat sich gelohnt. Die Krawatte wurde zum Symbol für Macht und hatte auch in der Französischen Revolution eine nicht unwichtige Rolle: Die Revolutionäre trugen schwarze Krawatten, ihre Gegner weiße.
Louis der XIV setzte also Zeichen in der Modewelt. Vor allem aber entdeckte er die Selbstinszenierung, die Politiker heute noch nutzen. Schließlich ist es für Machthaber um einiges angenehmer, wenn sich das Volk statt über die Außenpolitik über das Outfit ihrer Vertreter unterhält.
Quellen:
http://www.welt.de/print-wams/article134651/In_der_Heimat_der_Krawatte.html
http://www.krawattenknoten.info/krawatten/Geschichte/geschichte.html

















